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english text about Dr. Jekyll and Mr. Hyde
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[Dr. Jekyll]     [Mr. Hyde]     [Verwandlungen]     [seine Freunde]     [sein Ende]




"...spät, in einer verfluchten Nacht, mischte ich diese Elemente, überwachte ihr Kochen und Brodeln in der Retorte, und als das Aufwallen nachgelassen hatte, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und stürzte die Arznei hinunter. Quälende Todesangst folgte; ein Reißen in den Knochen, tödliche Übelkeit und ein Angstgefühl, wie es in der Stunde der Geburt oder des Todes nicht größer sein kann. Dann begann diese Qual rasch zu weichen, und ich kam wieder zu mir mit einem Gefühl als erwachte ich aus schwerer Krankheit. Es war etwas Fremdartiges in meinem Empfinden, etwas unbeschreiblich Neues, und dank dieser völligen Neuheit unsagbar Süßes. Ich fühlte mich jünger, leichter, glücklicher. In meinem Inneren lebte eine berauschende Sorglosigkeit; ein Strom ungeordneter sinnlicher Vorstellungen durchrauschte in tausend Wirbeln meine Fantasie; alle Bande der Verpflichtung schienen gelöst, und ein nie gekanntes, doch nicht unschuldsvolles Freiheitsgefühl erfüllte meine Seele. Mit dem ersten Atemzug dieses neuen Lebens erkannte ich, dass ich lasterhafter geworden war, zehnfach lasterhafter, ein Sklave alles Bösen, das in mir gelebt hat. Dieser Gedanke stärkte und entzückte mich in dem Augenblick gleich Wein." (S.85)



Erstmals betrachtet er sich als Edward Hyde im Spiegel:

"Wie das Gute aus dem Antlitz des einen strahlte, stand das Böse breit und klar auf dem Gesicht des anderen geschrieben.



Überdies hatte dieses Böse (das, wie ich heute noch glaube, der sterbliche Teil des Menschen ist) jenem Körper den Stempel der Verunstaltung und des Verfalls aufgedrückt, und doch, wenn ich jenes scheußliche Monstrum in dem Spiegel blickte, wurde ich mir keines Widerwillens, eher eines Gefühls freudigen Willkommens bewusst. Dies war gleichfalls mein Ich. Es erschien mir natürlich und menschlich. In meinen Augen zeigte es einen lebendigeren Abglanz des Geistes, erschien mir ausdrucksvoller und einheitlicher als das unvollkommene und zwiespältige Antlitz, das ich bisher gewöhnt war, als das meine zu bezeichnen. So weit hatte ich zweifellos Recht. Ich habe beobachtet, dass, wenn ich das Aussehen Edward Hydes zeigte, niemand mir zum ersten Mal ohne einen sichtbaren physischen Schauder nahen konnte. Nach meiner Auffassung kam das daher, dass alle menschlichen Wesen, die uns begegnen, eine Mischung aus Gut und Böse in sich tragen. Edward Hyde allein unter allen Menschen war ausschließlich böse." (S.86 f.)




Er beendet den Selbstversuch, indem er sich durch Einnahme des gleichen Tranks in Dr. Jekyll zurück verwandelt. Zweifellos steht Dr. Jekyll auch in Stevensons Original für das bessere Ich, das hier aber gleichermaßen seine dunklen Seiten zeigt.



Dr. Jekyll ist nicht einfach unschuldiges Opfer seines Forschungsdrangs, sondern schafft sich mit Mr. Hyde ganz bewusst eine zweite Identität:


"Bisweilen regte sich bei mir Genusssucht, und da meine Vergnügungen (um mich milde auszudrücken) nicht mehr ehrbarer Art waren, ich aber nicht nur allgemein bekannt und hochgeschätzt war, sondern auch anfing, ein bejahrter Mann zu werden, wurde mir diese Gegensätzlichkeit meines Lebens von Tag zu Tag immer unangenehmer. Dies war die Stelle, an der die neue Macht mich versuchte, bis ich ihr als Sklave verfiel. Ich brauchte ja nur den Trank zu schlürfen, und sofort schwand der Körper des berühmten Professors und umhüllte sich wie mit einem dicken Mantel mit dem Körper Edward Hydes. Ich lächelte bei diesem Gedanken..." (S.88)


Der "gute" Dr. Jekyll plant und organisiert für sein Alter ego Mr. Hyde, mietet ihm eine Wohnung in Soho, engagiert dort eine gewissenlose und verschwiegene Haushälterin und macht - für den Fall des Falles - Mr. Hyde per Testament zu seinem Universalerben.
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