Spielanleitung
Bestellen
  
Jekyll und Hyde-Kritiken
Spieletest von Andreas Keirat
Die Story
Jekyll-Links
english text about Dr. Jekyll and Mr. Hyde


[Dr. Jekyll]     [Mr. Hyde]     [Verwandlungen]     [seine Freunde]     [sein Ende]

"In alten Zeiten mieteten Menschen Bravos, um ihre Verbrechen auszuführen, während ihr Ruf und ihre eigene Person in Sicherheit blieben. Ich war der erste, der dieses tat, um seinen Lüsten zu frönen. Ich war der erste, der so in den Augen der Öffentlichkeit, umschmeichelt von dem Rufe einer heiteren Achtbarkeit, dahinschreiten konnte, um in einem Augenblick, gleich einem Schulbuben, diese Fessel abzustreifen und mich in das Meer freier Ungebundenheit zu stürzen. Dank meiner undurchdringlichen Maske war die Sicherheit vollkommen. Bedenke - ich existierte ja nicht einmal! Lass mich nur hinter meine Laboratoriumstür schlüpfen, gewähre mir eine oder zwei Minuten Zeit, den Trank, der stets bereit stand, zu mischen und hinabzuschlucken, und was er auch immer verübt hatte, Edward Hyde schwand dahin gleich dem Hauche des Atems auf einem Spiegel. Und an seiner Stelle saß ruhig in seinem Heim ein Mann und putzte die mitternächtliche Lampe in seinem Arbeitszimmer, ein Mann, der sich gestatten konnte, über jeden Argwohn zu lächeln, Henry Jekyll.
...
Die Vergnügungen, denen ich in meiner Vermummung nachjagte, waren ... unwürdiger Art. ... in den Händen Edward Hydes erhielten sie bald ein monströses Ansehen.
...




All seine Taten und Gedanken hatten nur sein eigenes Selbst zum Mittelpunkte. Mit bestialischer Gier schlürfte er aus jeder Quälerei, die andern zugefügt wurde seine Lust, mitleidlos, wie ein Mann von Stein. Entgeistert stand Henry Jekyll bisweilen vor Edward Hydes Taten. Aber dessen Stellung lag außerhalb des gewöhnlichen Gesetzes und zerstreute heimtückisch die Bedenken des Gewissens. Es war Hyde, trotz allem, und Hyde allein, der sich mit Schuld belud. Jekyll wurde dadurch nicht schlechter, anscheinend ungeschwächt erwachten wieder seine guten Eigenschaften. Wo es möglich war, eilte er sogar, das Böse, das Hyde getan, ungeschehen zu machen." (S.89 f.)



Stevenson überlässt es der Fantasie des Lesers, welchen unmoralischen Vergnügungen sich Dr. Jekyll in der Gestalt des Mr. Hyde bewusst hingibt. Er erwähnt lediglich einige Vorkommnisse, die seinen unbeherrschten Charakter verdeutlichen.

"Bei meinem Anblick (der in der Tat komisch genug war, welch tragisches Schicksal diese Kleider auch deckten) vermochte der Kutscher seine Heiterkeit nicht zu unterdrücken. Mit fletschenden Zähnen fuhr ich in teuflischer Wut auf ihn los, und das Lachen erstarb auf seinem Antlitz; ein Glück für ihn, doch noch größeres Glück für mich, denn im nächsten Augenblick hätte ich ihn sicherlich von seinem Sitz heruntergezerrt." (S.101).



Seine Unbeherrschtheit wird ihm schließlich auch zum Verhängnis.




Als der Abgeordnete Sir Danvers Carew den Ungeduldigen kurz aufhält, um etwas zu fragen,

"durchbrach Mr. Hyde alle Schranken, knüttelte ihn nieder, und im nächsten Augenblick, mit der Raserei eines Affen, trat er sein Opfer mit Füßen und ließ einen ganzen Hagel von Schlägen auf den Wehrlosen niedersausen, unter deren Wucht die Knochen hörbar krachten und der Körper auf dem Fahrdamm zuckte." (S.30)


"In einem wahren Wonnetaumel zerstampfte ich den widerstandslosen Körper, und jeder Schlag erregte mir neues Lustgefühl. Erst als ich von der Anstrengung zu ermüden begann, zuckte plötzlich auf dem Höhepunkt meines Deliriums ein eisiger Schreckensschauer durch mein Herz. Ein Schleier hob sich, ich sah mein Leben zerstört und floh von dem Schauplatz dieser Exzesse, gleichzeitig frohlockend und zitternd, meinen Hang zum Bösen befriedigt und angeregt, meine Lust zum Leben bis aufs höchste gesteigert." (S.96 f.)



Die Flucht zurück in die Identität des Dr. Jekyll vertreibt jedoch nicht die Erinnerung an das Getane:

"Mit einem Liedchen auf den Lippen mischte Hyde den Trank, und als er ihn nahm, trank er ihn auf das Wohl des toten Mannes. Die Qualen der Umwandlung waren noch nicht verklungen, da lag Henry Jekyll schon mit strömenden Tränen der Dankbarkeit und der Reue auf den Knien und reckte die gefalteten Hände zu Gott auf. Der Schleier der Selbstbeschönigung war von oben bis unten zerrissen, und ich sah mein Leben als ein Ganzes:
Ich verfolgte es von den Tagen der Kindheit an, als ich an meines Vaters Hand schritt, durch die selbstverleugnenden Mühsale meines beruflichen Lebens, um wieder und wieder mit dem gleichen Gefühl der Unwirklichkeit zu den verfluchten Schrecken des Abends zu gelangen. Ich hätte laut aufschreien mögen. Mit Tränen und Bitten versuchte ich die unendliche Schar grässlicher Bilder und Töne, mit denen Erinnerungen auf mich eindrangen, zu mildern, doch selbst zwischen meinen Gebeten starrte das scheußliche Antlitz meiner Bosheit in meine Seele. " (S.97)
zum Seitenanfang weiterweiter

[Dr. Jekyll]     [Mr. Hyde]     [Verwandlungen]     [seine Freunde]     [sein Ende]





Spielanleitung
Bestellen
Jekyll und Hyde-Kritiken
Spieletest von Andreas Keirat
Die Story
Jekyll-Links
english text about Dr. Jekyll and Mr. Hyde



Bambus-Logo: zur Startseite    Home    Sitemap    Kontakt    AGB
Bambus Spieleverlag Günter Cornett | Kopfstraße 43 | 12053 Berlin
Telefon/Fax: 030 - 612 1884 info@bambusspiele.de